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Artikel Ostfriesen-Zeitung vom 19. November 2012

Quelle: Ostfriesen-Zeitung vom 19. November 2012

Und hier noch einmal der Text:

Von den Menschen und ihrem Glück

AUFFÜHRUNG: Premiere des Theaterprojektes „Gülck““ / Ein Stück mit Tiefgang und tollen Ideen

Hundert Akteure im Alter von sechs bis 86 Jahren waren auf der Bühne zu sehen.

VON BETTINA KELLER

AURICH - Die Premiere des generationsübergreifenden Theaterprojekts „Gülck“ im 30-jähren Bestehen der Auricher Kunstschule Miraculum wurde vom 350-köpfigen Publikum mit tosendem Applaus gefeiert. In der zweieinhalbstündigen Marathonaufführung am Sonnabend reihten sich abwechslungsreiche Szenen zum Thema Glück aneinander.

100 Akteure von sechs bis 86 Jahren verliehen ihren Gedanken dazu musikalischen und schauspielerischen Ausdruck. Schatzsucher am Strand, absturzgefährdete Passagiere einer ostfriesischen Airline, ein alter Herr mit Akkordeon, befragte Kinder in einem Video - sie alle geben Auskunft über das, was Glück für sie bedeutet.

Unter der Regie von Peter Tenge wurden diese inhaltlich abgeschlossenen Episoden zusammengehalten von der Geschichte des Fernseh-Tontechnikers Felix in Glücksberg am Pech. Er wird bei einer gewagten Reparatur verstrahlt und mutiert zu einem zottelig-grünen Monster mit Sprachfehler. Das erste Wort, das er nicht mehr sagen kann ist „Glück“. Bei ihm heißt es „Gülck“.

Doch bis es so weit ist, wird die Hackordnung in Fernsehstudios ebenso aufs Korn genommen wie die häufigen Werbepausen. In der Talkshow „Kluge Köpfe bei Klug“ streiten Menschen leidenschaftlich über die am meisten glücksversprechenden Faktoren: Geld, Familie oder der Glaube.

Ein Wissenschaftler verteilt dunkle Schokolade und demaskiert das Glück als reine Chemie. Wer nicht zu Wort kommt, ist Frau Durchschnittsbürger. „Man muss nicht immer glücklich sein, um glücklich zu sein. Aber mir hört ja keiner zu“, bringt sie es im Nachhinein auf den Punkt.

Das grüne Monster ist derweil in den Wald geflüchtet, wo er die Pechvögel trifft. Sie geben ihm den Rat, er solle Menschen finden, die glücklich sind. Das wird schwierig, es belauscht eine Familie mit Teenagerproblemen, die sich um Freundschaft und die erste Liebe ranken. Und erfährt: Man muss sich das Glück zum Freund machen.

Einfallsreiche Kostüme, leidenschaftliches Spiel, tolle Ideen und viel Live-Musik machten die Aufführung zu einem einzigartigen Theaterabend mit philosophischem Tiefgang, der die Zuschauer nachdenklich werden ließ.

Beteiligt waren auch die Kinder des DRK-Lambertihorts, der „Theaterwarkstee“,sowie die Theatergruppe „Seitenwechsel“ der Lebenshilfe, die als gestandene Fußballfans ohne Berührungsängste mit dem Gülck auf Tuchfühlung gingen.

Am Ende wurde das Publikum in ein rotes Meer aus Luftballons im Foyer der Stadthalle entlassen. Auf ihnen stand: „Ich könnte platzen vor Glück!“

Es sind weitere Aufführungen für Schulklassen geplant.

Bildunterschrift 1: Als Felix die Kabel verbinden will, passiert …

Bildunterschrift 2: Schornsteinfeger bringen Glück

Bildunterschrift 3: Musik kann glücklich machen

Bildunterschrift 4: Ein Absturz droht: Schnell überlegen die Passagiere, was für sie […] wäre

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