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Artikel Ostfriesische Nachrichten vom 26. September 2008

Quelle: Ostfriesische Nachrichten vom 26. September 2008

Und hier noch einmal der Text:

Brückenschlag zwischen Moderne und Tradition

Niederdeutsches Theater Aurich mit neuem Vorstand, neuen T-Shirts und neuem Logo / Auf der Bühne wird weiter Platt gesprochen

VON Werner Jürgens

AURICH - Wer im stolzen Alter von 85 Jahren beschließt, sich liften zu lassen, sollte diese Entscheidung gut überdacht haben. Die Niederdeutsche Bühne Aurich hat dies getan und präsentiert sich für die aktuelle Spielsaison als Niederdeutsches Theater Aurich nicht nur mit neuem Namen, sondern auch mit einer aufgefrischten Optik. Trotzdem soll an bewährten Traditionen nicht gerüttelt werden. Anlässlich des 85-jährigen Jubiläums des Ensembles steht mit dem Schwank „Pension Schöller" ein echter Klassiker auf dem Programm. „Wir wollten zu unserem Jubiläum eine neue Außenwirkung erzielen", meinte He-ma Janssen auf einer Pressekonferenz, die am Mittwoch im Auricher Vereinsheim des Ensembles stattfand.

Das vorrangige Ziel besteht nach Aussage der Bühnenleiterin darin, „auch für jüngere Leute attraktiv zu bleiben", was sich auf potenzielle Mitspieler, wie auf das Publikum beziehe. Buchstäblich erster Blickfang der Veränderung ist ein von Nikolaus Hippen entworfenes neues Logo, welches vom allseits bekannten Aurich-Emblem abgeleitet ist. „Wir wollten damit unsere enge Verbundenheit zu Aurich unterstreichen", sagte Herma Janssen. „Als wir es uns vom Bürgermeister abgesegnet lassen haben, war der auch sofort damit einverstanden." Passend zur aufgefrischten Optik ist die vereinseigene Internetseite www.ndb-aurich.de generalüberholt worden. Im Vergleich zu früher wirkt sie nun wesentlich übersichtlicher und hat ebenfalls einige Neuerungen zu bieten. So kann man sich zum Beispiel in ein Gästebuch eintragen und für aktuelle Informationen einen regelmäßigen „Newsletter" beziehen.

Darüber hinaus gibt es ein neues „Outfit" bestehend aus weißen Hemden, auf denen das neue Logo aufgestickt ist. Dies heißt allerdings nicht, dass die traditionelle schwarz-blaue Tracht komplett in die Mottenkiste verbannt werden soll. „Ich ziehe die eigentlich sowieso viel lieber an. Jüngere Leute werden dagegen vermutlich eher die neuen weißen Hemden bevorzugen", erklärte der stellvertretende Bühnenleiter Johann Mühlenbrock. „Das darf sich jeder und jede so aussuchen, wie er oder sie mag."

Der Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne soll zukünftig auch bei der Auswahl der Stücke berücksichtigt werden. Die neue Optik macht laut Herma Janssen allein schon deswegen Sinn, weil sich die Bühne inhaltlich in den vergangenen Jahren ohnehin bereits längst dem Zeitgeist angepasst habe, indem man verstärkt auf Boulevard-Stücke gesetzt habe. Die Zuschauerzahlen würden das absolut rechtfertigen. In den letzten zwei bis drei Jahren sei hier eine kontinuierliche Steigerung zu verzeichnen. Nichtsdestotrotz würden ebenso regelmäßig ernste Stücke - das nächste wird voraussichtlich 2010 aufgeführt werden - sowie altbewährte Klassiker auf dem Programm stehen.

Einen solchen alten Klassiker hat sich das Ensemble jetzt auch für sein Jubiläumsjahr ausgewählt. "Pension Schöller", das am 31. Oktober im "Ostfrieslandhaus" uraufgeführt wird, hat bereits auf zahlreichen deutschen Bühnen mit hochkarätigen Darstellern von Willy Millowitsch bis hin zu Günther Pfitzmann große Erfolge gefeiert. Neben einer aufwendigen Kostümierung und ständig wechselnden Bühnenbildern sieht die Inszenierung nicht weniger als vierzehn Darsteller vor.

Um diese Herausforderungen adäquat bewältigen zu können, wurde mit Rudolf Plent eigens ein professioneller Regisseur engagiert. Der gebürtige Österreicher hat seit 1972 ausgiebig Erfahrung mit plattdeutschen Stücken gesammelt. Allein „Pension Schöller" hat er im Raum Friesland/Ostfriesland/Oldenburg bereits viermal in den vergangenen Jahren inszeniert, weswegen „wir sehr froh waren, dass er für uns Zeit hatte", wie Herma Janssen am Mittwoch anmerkte.

Für die Auricher Inszenierung hat Rudolf Plent den Schwank noch einmal entsprechend überarbeitet, damit das Stück im Auricher Platt dann auch richtig „rüber-" und beim Publikum ankommt. Denn an einer Tradition wird man beim Niederdeutschen Theater Aurich zukünftig auf keinen Fall rütteln. „Bei uns wird auf der Bühne auch weiterhin ausschließlich Plattdeutsch gesprochen", wie Johann Mühlenbrock ausdrücklich betonte.

Diese bewährte Kontinuität spiegelte sich auch bei den Vorstandswahrlen wieder. Bühnenleiterin Herma Janssen, die zweite stellvertretende Bühnenleiterin Edda Dedekind und Georg Ludwigs (Bühnenbau) wurden in ihren jeweiligen Ämtern bestätigt. Elke Romaniak hat von ihrem verstorbenen Vater kommissarisch das Kassenwart-Amt übernommen. Neu gewählt worden sind Pressewart Michael Niendieker, Johann Mühlenbrock als Spielervertreter sowie Heiner Alberts als stellvertretender Bühnenleiter.

 


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Bildunterschrift: Der neue Vorstand des Niederdeutschen Theaters Aurich: Elke Romaniak (Kassenwartin), Herma Janssen (Bühnenleiterin) und Edda Dedekind (2. stellvertretende Bühnenleiterin, vordere Reihe, von links) sowie Georg Ludwigs (Bühnenbau), Michael Niendieker (Pressewart), Heiner Alberts (stellvertretender Bühnenleiter) und Johann Mühlenbrock (Spielervertreter, hintere Reihe, von links).

bild: Jürgens

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