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Artikel Ostfriesen Zeitung vom 05. November 2008

Quelle: Ostfriesen Zeitung vom 05. November 2008

Und hier noch einmal der Text:

Innenansichten aus dem Irrenhaus auf Auricher Bühne

Premiere Niederdeutsche Theater Aurich mit "Pension Schöller"

Das Stück ist ein Klassiker vom Feinsten, der genau zum 85-jährigen Bestehen der Gruppe passt. 14 Schauspieler treten darin auf.

VON GÜNTHER NIET

AURICH - Das Ansinnen, das der kauzige Hofbesitzer Philipp Klapproth, gespielt von Wilhelm Arends, gegenüber seinem Neffen Alfred (Michael Niendieker) äußert, klingt schon etwas verrückt: Er möchte gern mal ein Irrenhaus von innen kennen lernen, um damit am Stammtisch prahlen zu können. Das ist der Ausgangspunkt der Handlung in dem lustigen Dreiakter „Pension Schöller“, den das Niederdeutsche Theater Aurich jetzt als Herbststück im Ostfrieslandhaus aufführt. Premiere war am Freitagabend.

Der Neffe soll bei seinem Plan helfen. Im Gegenzug will Klapproth dem jungen Mann das nötige Startkapital geben, um ein Geschäft aufzubauen. Alfreds bester Freund, der Kunstmaler Ernst Kissling (Michael Rieken), hat eine Idee. Philipp Klapproth soll Gast bei einer abendlichen Gala in der bekannten Pension Schöller sein. Dabei will man dem alten Mann vorgaukeln, sich in einer Irrenanstalt zu befinden.

Der Plan scheint zu funktionieren, haben doch alle Pensionsbewohner einen kleinen Spleen. Sogar der Inhaber der Pension Schöller, gespielt von Rainer Gleibs, „brilliert“ mit einen Sprachtick. Klapproth findet schnell Kontakt zu den angeblichen Patienten und mit großem Vergnügen unterstützt er deren „Verrücktheiten“. Unter anderem trifft er die Schriftstellerin Josephine Krüger (Edith Gleibs), die Klapproths Leben gerne in ihrem neuen Roman verarbeiten möchte. Der Major a. D. Gröber (Robert Janssen) fordert den Mann vom Lande sogar zum Duell auf.

Ein Gast, der immer viel Aufmerksamkeit erregt, ist der verhinderte Schauspieler Eugen Rümpel, glänzend verkörpert durch Heiner Alberts. Der gelernte Banker mit einem Sprachfehler will unbedingt Karriere als Schauspieler machen. Auch vor Philipp Klapproth rezitiert Kissling Schiller und Shakespeare.

Der Klassiker „Pension Schöller“ ist Boulevard-Theater vom Feinsten, passend zum 85-jährigen Bestehen der Auricher Bühne. Die pointierte Situationskomik, gepaart mit spritzigen und niveauvollen Dialogen, sorgt immer wieder für Lacher. Die Darsteller sind optimal auf ihre Rollen eingestellt. Da ist die Handschrift von Berufsregisseur Rudolf Plent unverkennbar. Der Aufwand für dieses Stück ist immens. Drei Bühnenbilder mit üppiger Kostümierung wurden entwickelt, 14 Darsteller sind notwendig, um alle Rollen in dem Schwank zu besetzen.

Die beiden Jüngsten der Auricher Bühne, Hilke Peters als Ida und Michael Rieken als Kunstmaler Kissling, zeigen großes Bühnentalent.

 


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Termine

Die nächsten Aufführungen von "Pension Schöller" sind heute und am 7., 9., 12. und 14. November im Ostfrieslandhaus in Aurich. Beginn ist um 20 Uhr, am 9. November schon um 16 Uhr.

In Ihlow wird das Stück am 19., 21. und 26. November ab 20 Uhr im Bürgerhaus aufgeführt

 

Bildunterschrift: Heiner Alberts bringt als Eugen Rümpel das Publikum mit Theatralik und Sprachfehlern zum Lachen

bild: niet

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