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Artikel Ostfriesen-Zeitung vom 08.03.2010

Quelle: Ostfriesen-Zeitung vom 08. März 2010

Und hier noch einmal der Text:

Schwulsein ist auf der Bühne kein Tabu mehr

THEATER Die Niederdeutsche Bühne Aurich wagte sich an ein heikles Thema heran. Die Premiere im Ostfrieslandhaus war fast ausverkauft

Die Premiere im Ostfrieslandhaus war fast ausverkauft

VON GÜNTER NIET

AURICH „Föhlst du de Regen?" - Das klingt eher nach Poesie und Romantik als nach plattdeutschem Theater. Für romantische Töne ist durchaus Platz in der neuen Komödie der Niederdeutschen Bühne Aurich, die am Sonnabend vor fast ausverkauften Saal im Ostfrieslandhaus Premiere hatte.

Bühnenleiterin Herma Cornelia Janssen führte diesmal nicht nur Regie, sondern hatte das Stück des Autors Frank Pinkus ins Niederdeutsche übersetzt und den Handlungsort nach Aurich verlegt. Und Aurich ist in dem Lustspiel auch die Heimat des inzwischen umschwärmten Filmstars Kris Kipper (gespielt von Heiner Alberts). Die Film- und Lebenspartnerin von ihm ist Jane Gardner. Die verwöhnte Diva wird sehr gut von der jungen Schauspielerin Stefanie Siebels gespielt. Der erwartete große Empfang in Aurich bleibt für den Film-Star aus. Auch Anne (Karina Noormann), Serviererin in einem Cafe, sieht in dem gestylten Star nur ein Allerweltsgesicht, obwohl sie beide zusammen zur Schule gegangen sind. Und der etwas tölpelhafte Daniel Pellermann (Michael Niendieker) ist ein ebenfalls alter Bekannter mit offener Rechnung. Kris hatte ihm seinerzeit die Anne ausgespannt.

Der erwartete große Empfang in Aurich bleibt für den Film-Star aus. Auch Anne (Karina Noormann), Serviererin in einem Cafe, sieht in dem gestylten Star nur ein Allerweltsgesicht, obwohl sie beide zusammen zur Schule gegangen sind. Und der etwas tölpelhafte Daniel Pellermann (Michael Niendieker) ist ein ebenfalls alter Bekannter mit offener Rechnung. Kris hatte ihm seinerzeit die Anne ausgespannt.

Fast unbewusst nimmt aber das Leben des Aurichers eine Wende. Annes Bruder Johannes (Hansi) Kramer ist dabei behilflich. Er ist vom „anderen Ufer". Robert Janssen füllte diese Schwulenrolle mit Inbrunst und großem schauspielerischen Einsatz aus, auch wenn er sie hin und wieder zu sehr karikiert.

Janssen machte die Figur des Homosexuellen sympathisch, und das Publikum honorierte es mit viel Beifall.

Die vielfältige und gekonnte Situationskomik, gepfeffert mit viel geistreichem und spontanem Dialogwitz, machte das neue Stück der Auricher Spöldeel sehenswert und kurzweilig. Herma Janssen hat die Auricher Bühne in den letzten Jahren mit viel Herzblut ständig weiterentwickelt und jetzt mit einer neuen Drehbühne im Ostfrieslandhaus noch mehr professionalisiert. Und im realen Leben ist die Bühne auch thematisch angekommen. Schwulsein ist dort kein Tabuthema mehr. Und das ist auch gut so.

Weitere Aufführungstermine: 10., 12., 13., 17., 18., und 19. März im Ostfrieslandhaus, jeweils 20 Uhr.

Bildunterschrift: Spielen ein schwules Pärchen: Robert Janssen (hinten) und Heiner Alberts.

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