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Artikel Ostfriesen-Zeitung vom 08.03.2011

Quelle: Ostfriesen-Zeitung vom 08. März 2011

Und hier noch einmal der Text:

Publikum kommt kaum zum Luftholen

THEATER Niederdeutsche Bühne Aurich feiert mit der Komödie „Leev na Stünnenplan" Premiere

Das Stück um einen Mann, der zwei Frauen hat, ist für Schauspieler und Publikum anstrengend: Die einen spielen mit hohem Tempo, die anderen kommen aus dem Lachen kaum raus.

VON GÜNTHER NIET

AURICH - Sex auf der Bühne im Auricher Ostfrieslandhaus? Nein, soweit kam es natürlich nicht am Sonnabend bei der Premiere der Niederdeutschen Bühne Aurich mit ihrem neuen Stück „Leev na Stünnenplan" Doch irgendwie schwirrt das Thema Nr. 1 doch permanent durch das turbulente Geschehen in der Komödie des englischen Autors Ray Cooney.

Dafür sorgt vor allem Taxifahrer Klaus Bruns, gespielt von Michael Niendieker. Der lebenslustige Schwerenöter ist mit zwei Frauen gleichzeitig verheiratet, ohne dass die beiden davon etwas ahnen. In Norden spielt er seiner Martina (Karina Noormann) den treuen Ehemann vor, in Aurich hüpft er bei Beate (Heike Tunder) ins Bett. Das erfordert natürlich einen exakten Stundenplan in Sachen Liebe, um für beide Frauen da zu sein. Doch dann wird der Taxifahrer in einen Überfall verwickelt, wird dabei am Kopf verletzt und muss eine Nacht im Krankenhaus verbringen. Sein ganzer Zeitplan gerät jetzt durcheinander. Da taucht denn auch noch die Polizei bei ihm auf, um die Personalien aufzunehmen. Doch welche Adresse soll Klaus Bruns eigentlich angeben?

Für den Frauenheld scheint sich ein endloses Schlamassel anzubahnen. Mit mathematischer Akribie und versteckter Schadenfreude lässt Autor Cooney den Protagonisten in die Katastrophe stolpern. Das ist Vergnügen pur fürs Publikum. Da taucht überraschend Nachbar und Freund Ralf Gärtner auf, verkörpert von Robert Janssen. Ihm beichtet Klaus seine verzwickte Situation. Ralf soll ihm dabei helfen, aus dieser verflixten Lage herauszukommen.

Erst widerwillig und zögerlich, findet sich Ralf dann in dieser Rolle zwischen allen Stühlen zurecht und avanciert zu einer tragenden Figur des Stückes. Gemeinsam kreieren die beiden ein Labyrinth aus phantastischen Lügen, aberwitzigen Ausreden und groteskem Wirrwarr, das sie der Polizei und den beiden gehörnten Frauen auftischen. Dabei wird auch Klaus zum „nützliche Idioten" von Ralf. Auch die Ehefrauen müssen in diesem Versteckspiel leiden. Aus dieser Sackgasse von Intrigen und Notlügen scheint es auf der Bühne keinen Ausweg zu geben, von Happy-End ganz zu schweigen.

Das englische Lustspiel, von Kay Kruppa ins Plattdeutsche übersetzt, ist nervenaufreibend komisch fürs Publikum, das vor lauter Lachsalven kaum zum Atmen kommt. Aber es ist auch schweißtreibend für die Darsteller. Ohne Stillstand und in rasantem Tempo jagt der Autor die Schauspieler über die Bühne von einer Szene zur anderen, lässt sie von einer Peinlichkeit und Absurdität in die andere stürzen.

Die Laiendarsteller der Auricher Spöldeel meisterten die hohen Anforderungen des Stückes mit Bravour und großer Professionalität. Die spritzigen und witzigen Dialoge saßen, jeder war optimal auf seinen Part eingestellt. Allen voran Michael Niendieker in der Rolle von Klaus Bruns, die er mit viel Spielwitz und Engagement exzessiv ausfüllte. Niendieker scheint diese Rolle zu mögen. Nicht minder lief auch Robert Janssen als Ralf Gärtner zur Hochform auf und gab dem Stück durch seine schauspielerische Präsenz zusätzlichen Schliff und Würze.

Weitere Aufführungstermine im Ostfrieslandhaus: 9., 11., 16., 23. und 25. März jeweils 20 Uhr, am 13. März um 16 Uhr.

Bildunterschrift 1: Schwerenöter Klaus Bruns (Michael Niendieker, links) diskutiert mit seiner Frau Beate (Heike Tunder) und Kommissar Pawlik (Johann Mühlenbrook).

Bild: NIET

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