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Artikel Ostfriesen-Zeitung vom 31.10.2011

Quelle: Ostfriesen-Zeitung vom 31. Oktober2011

Und hier noch einmal der Text:

Eine Notlüge jagt mit viel Komik die nächste

Bühne Niederdeutsches Theater hatte Premiere mit „Geld verdarvt de Charakter"

Die Spannung blieb bis zum überraschenden Ende des Stückes um einen Koffer mit einer Million Euro erhalten.

VON GÜNTHER NIET

AURICH - Just an seinem Geburtstag kommt Henry Pehmöller (Heiner Alberts) in den Besitz von einer Million Euro. Er hat in der Bahn seinen Aktenkoffer mit dem eines Fremden verwechselt. Henry sieht die Chance, sein bisheriges „bürgerliches" Leben richtig umzukrempeln und auszubrechen.

Dabei entwickelt das Geburtstagskind ungeahnte kriminelle Energie. „Geld verdarvt de Charakter", so der passende Titel des neuen Stückes des Niederdeutschen Theaters Aurich. Am Freitagabend war Premiere im Ostfrieslandhaus für die plattdeutsche Übersetzung von Ray Cooneys englischer Komödie „Funny Money". In deren Verlauf wird Henry zu einer komischen und fast bedauernswerten Figur, sehr zum Spaß und Vergnügen der Zuschauer. Schlagfertige Dialoge, Lakonik und Wortspielereien mit kleinen Anzüglichkeiten garnierten das Geschehen und sorgten für beste Unterhaltung und ständigen Beifall.

Die Handlung: Für den „Millionär" steht fest - ab in den Flieger mit seiner Frau Anne, gespielt von Uta Folkerts, und auswandern. Doch leider spielt Anne nicht mit, Henry ist ihr total fremd geworden. Sie weigert sich hartnäckig, alles stehen und liegen zu lassen, um ins Ausland abzuhauen.

Weiteres Ungemach bahnt sich an, als Geburtstagsgäste auftauchen und dann noch die Polizei vor der Tür steht. Aber es kommt noch schlimmer: Der ursprüngliche Besitzer der Million wird tot aus dem Emder Hafen gefischt - mit dem Koffer und Papieren von Henry. Und dann sind da auch noch seltsame Anrufe. Mit aberwitzigen und bizarren Einfallen und Ideen versucht Henry, Herr der immer absurder werdenden Lage zu bleiben. Er will mit aller Macht und List seine „Beute" verteidigen. Er jagt von einer verrückten Notlüge in die andere, Identitäten werden gewechselt, Schmiergelder gezahlt, und sogar eine Art Partnertausch hat Henry im Repertoire. Bis zum Schluss blieb die Spannung erhalten, dafür sorgte auch der überraschende Ausgang der Farce.

Die Rolle des Henry Pehmöller war Darsteller Heiner Alberts wie auf den Leib geschnitten. Mit totalem körperlichen Einsatz, Spielfreude und impulsiver Sprache verlieh er der Figur Dominanz imd Tragik zugleich. Auch Uta Folkerts gefiel in der nicht einfachen Rolle der Ehefrau.

Wenn auch überwiegend die jüngere Garde der Auricher Bühne in dem Stück zum Zuge kam, war die Rolle des etwas schrulligen Polizeibeamten Schlüter mit Bühnen-OIdie Wilhelm Arends genau richtig besetzt.

Weitere Termine im Ostfrieslandhaus: 31. Oktober, 2., 4., 7., 9. und 11. November, jeweils 20 Uhr und am 6. November um 16 Uhr.

Bildunterschrift: Was passiert da unter der Decke? Aber Henry (Mitte, gespielt von Heiner Alberts) will in der Szene mit Elke Gronewold (links) und Johann Mühlenbrook nur Geld verstecken.

Bild: NIET

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